Ja, es ist flach im wasserreichen Land Brandenburg, wo so unterschiedliche Landstriche wie Havelland, Barnimer Land, Seenland Oder-Spree oder Fläming rund um Berlin das Weitwandern interessant machen. Neben den zahllosen bezaubernden Seen wollen weitere Ausflugsziele, heimelige Städtchen und Dörfer erkundet werden. Zweifellos ein Höhepunkt ist Potsdam!

Wenn es um den »66-Seen-Wanderweg« geht, mit all den verlockenden Gelegenheiten, ins kühle Nass einzutauchen, gehören die Badesachen natürlich in den Rucksack. Der Paradeweg in Brandenburg präsentiert auf über 400 steigungsarmen Kilometern rund um Berlin große und kleine, aber immer sehr malerische Gewässer vom Feinsten! Zwischen Havelland, Oderbruch, Spreewald und Mittelmark gestalten ausgedehnte Wiesen, Laub- und Nadelwälder, stilles Heideland, urige Auwälder, früheres Sumpfland und ruhiges Bauernland das Bild. Alles durchzogen von Flüssen, Bächen und Kanälen, mit Wind- und Wassermühlen und noch typisch märkischen Dörfern und Städten. Dazu die Paläste und Herrenhäuser, die Parks und Gärten von großer Pracht.
Und das auch gleich schon zu Beginn, denn los geht es mitten in Potsdam, der Landeshauptstadt. Vor den Toren Berlins, im Herzen des einstigen Preußens, lassen weltberühmte Schlösser in historischen Parkanlagen wohl jedes Herz höher schlagen. Kein Wunder also, dass der Rundweg auch deshalb zu den schönsten Flachwanderwegen in Deutschland gehört.
Empfohlen wird zumeist, die 17 bis 20 Etappen im Uhrzeigersinn anzugehen. Dank guter Anbindung an den ÖPNV ist eine individuelle Planung möglich, auch um Tagestouren herausgelöst abzuwandern. Zwar weist die eine oder andere Etappe schon mal um die 30 Kilometer auf, doch wer einigermaßen fit ist und sich einen ganzen Tag dafür Zeit nimmt, dürfte keine Schwierigkeiten haben. Dazu findet man sich wirklich gut zurecht, die Orientierung ist leicht. Und die vielen Einkehrmöglichkeiten am Wegesrand sind ebenso ein echtes Plus.
Ins Havelland
Potsdam empfängt seine Gäste mit Glanz und Gloria. Hier muss man sich einfach Zeit nehmen. Start- und Endpunkt der Wanderrunde ist der Luisenplatz mit dem dortigen Brandenburger Tor. Ganz in der Nähe liegen gleich die Anlagen um Schloss Sanssouci, und noch weitere Kulturgüter von Weltruhm werden uns auf der relativ kurzen und angenehmen Sightseeing-Strecke durch die Stadt bis hinaus geboten. Darunter die Kolonie »Alexandrowka «, eine historische russische Holzhaussiedlung, der Neue Garten mit Marmorpalais und Schloss Cecilienhof an Jungfernsee und Heiligem See.
Außerhalb von Potsdam lernen wir bald unter anderem den Fahrlander See und den Sacrow-Paretzer-Kanal kennen, der bei Marquardt den Schlänitzsee durchquert. Das schöne Schloss Marquardt ist erstes Etappenziel. Typisch für den Westen der Route erfreuen häufig Parklandschaften das Auge, man kann Schlösser und Herrenhäuser entdecken. Weiter geht es Richtung Norden ins idyllische Havelland und dort bis an den Havelkanal. Eine weite Felderlandschaft mit kleinen Wäldchen umgibt uns hier in wohltuender Ruhe. Zwar machen sich auf der Strecke über Wustermark bis zur am Kanal gelegenen Gemeinde Brieselang die Seen rar, aber das Naturidyll an diesem Wasserweg lässt nichts vermissen.
Das nächste Ziel heißt Hennigsdorf, und so biegen wir bei Alt Brieselang zusammen mit dem Havelkanal nach Osten ab. Geprägt wird die Route nun erstmals auch durch größere Abschnitte mit ausgedehnten Wäldern, aber auch mit weiten Blicken über die märkische Sandlandschaft. Über Schönwalde mit seiner sehenswerten Kirche erreichen wir schließlich das Tagesziel.
In Hennigsdorf, vor den Toren Berlins, ist die Havel selbst zum Kanal ausgebaut. Vom einstigen Fischerdorf kommen wir schnell zurück ins Grüne, wandern nordwärts durch die Stolper Heide. Die Etappe gilt insgesamt als besonders schön, denn am Weg liegt das außergewöhnliche Vogelparadies im Überschwemmungsgebiet der Havel, aber auch Mönchsee und Boddensee. Über Birkenwerder folgen wir dann in der Region Ruppiner Seenland der zauberhaften Briese im ebenso wasserwie waldreichen Briesetal, vorbei am idyllischen Briesesee, bis ins sehenswerte alte Wensickendorf.
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