Vor den Toren Münchens gibt es eine Fülle an empfehlenswerten Tagestouren – und zudem viel Abwechslung. Die Gehzeiten sind überwiegend moderat, die Infrastruktur ist perfekt und die Hütten und Almen sind ein Erlebnis. Andrea Strauß stellt einige Highlights vor.

In der etwas versteckten Konditorei am Südrand des Tegernsees treffen sie alle zusammen: der Vorabend- Fernsehkommissar, die Mountainbikergruppe mit den Schlammspritzern auf den Sonnenbrillen, die indische Familie auf Europatrip und die Wanderer, die den Tag im Mangfallgebirge bei Kaffee und Kuchen ausklingen lassen wollen. Ja, die Bergwelt vor den Toren Münchens ist vielfältig, ein wenig verrückt und ganz sicher schwer in eine Schublade zu stecken. Nur auf den ersten Blick meint man, zwischen Isar und Inn wären die Dinge simpel: Die Täler perfekt erschlossen, die Seen in Hand der Promis, alle Almen bewirtschaftet, die Gipfel einfach und nicht sonderlich hoch und der Himmel immer weiß-blau.
In Wirklichkeit aber kann man die Berge hier auf viele unterschiedliche Arten erleben. Ich stelle mir vor, wie der Vorabend-Kommissar heute Morgen im Fünfsternehotel aufgewacht ist und nach dem Spaziergang um den Tegernsee und dem luxuriösen Brunch jetzt den Ratsch bei einem Tässchen Macchiato genießt, bevor er am fortgeschrittenen Abend dem Casino Bad Wiessee einen Besuch abstattet. Bodenschneid, Wallberg, Setzberg und Fockenstein sind dabei immer das schmückende Beiwerk, sie erst machen den Tegernsee zum Tegernsee.
Ich stelle mir auch die Familie aus dem fernen Indien vor. Vielleicht haben sie ein Wochenende oder länger in den bayerischen Bergen verbracht. Was ihr Besichtigungsprogramm wohl umfasst? Die Fahrt mit der historischen Zahnradbahn auf den Wendelstein, einen der höchsten Gipfel im Mangfallgebirge, oder mit der Seilbahn auf den Wallberg? Oder über die Bergstraße hinauf zum Spitzingsee, um dort Höhenluft zu schnuppern während der kurzen Runde um den See? Eine einfache Wanderung auf die Neureuth mit ihrer aussichtsreichen Gaststätte oder ein Spaziergang zur idyllisch am Bach gelegenen Siebenhüttenalm bei Wildbad Kreuth?
Für einen Luxusurlaub sind die Berge südlich von München ebenso geeignet wie für eine Woche oder zwei mit lockerem Besichtigungsprogramm in den Bergen.
Wanderklassiker ohne Ende
Die Gruppe am vordersten Gartentisch – wo die wohl gewesen ist? Zumindest jeder zweite Gipfel im Mangfallgebirge hat den Status eines Klassikers als Wanderberg. Da ist der Fockenstein westlich über dem Tegernsee mit seinem langen Rücken und der beliebten Aueralm zu Füßen. Da ist das Gipfelpaar Ross- und Buchstein, zwei unverkennbare Felsgupfe mit der Tegernseer Hütte, die zwischen den beiden wie ein Adlerhorst über dem Abgrund zu thronen scheint. Da ist der Hirschberg mit dem schönen Hirschberghaus und dem Zugspitzblick vom höchsten Punkt. Da ist der Schildenstein, von dessen Gipfel man so schön Richtung Rofan blickt und unter dessen Nordflanke schon Könige und Zaren zur Sommerfrische waren.
Wallberg und Setzberg sind beide als Wanderziele zu Recht sehr bekannt, schon weil die Seilbahn zum Wallberg den Großteil der Höhenmeter abnimmt, aber auch weil das Wallbergkircherl mit seiner Aussicht nicht aus der oberbayerischen Bergidylle wegzudenken ist und weil es gleich zwei Einkehren mit Panoramablick gibt.
Im Spitzinggebiet ist fast jeder Gipfel ein Klassiker. Die beiden, die man keinesfalls auslassen darf, sind die Brecherspitze auf der Nordwestseite des Spitzingsees, weil sie fantastisch auf den Schliersee hinabblickt und weil die Firstalmen auf dem Weg hinauf zu den renommiertesten Almen weit und breit gehören. Und auch die Rotwand im Südosten des Spitzingsees ist ein Muss. Das Rotwandhaus ihr zu Füßen ist eine Institution und der Blick vom Gipfel einfach sagenhaft schön. Man erkennt nicht nur den Watzmann und die Zugspitze, den Münchner Fernsehturm und den fernen Bayerischen Wald, sondern man sieht auch auf das Kaisergebirge, auf Großglockner und Großvenediger, auf Olperer, Birkkarspitze und Hochvogel!
Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Ausgabe 2/2025 des trekking-Magazins.
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