Der Bayerische Wald bildet zusammen mit dem grenzübergreifenden Böhmerwald das größte zusammenhängende Waldgebiet Mitteleuropas. Sowohl der Regen als auch die Ilz mit ihren jeweiligen Quellflüssen sind für den Kanusport von herausragendem Interesse. Hinzu kommen mehrere Stauseen, die Paddelsport zu jeder Jahreszeit erlauben. Neben dem ältesten Nationalpark Deutschlands bietet die Region eine Vielzahl an kulturellen Sehenswürdigkeiten. Dazu zählt das kleinste Konzerthaus der Welt in Blaibach aber auch zahlreiche Kirchen, Klöster und Freilichtmuseen. An paddelfreien Tagen locken Gipfel wie Arber, Rachel oder Lusen zu Wanderungen und Biketouren. Ein genauer Blick auf diese beliebte und preiswerte Ferienregion, um die sich zahlreiche Mythen ranken, ist mehr als lohnend

Schwarzer Regen/Höllenstein-Stausee
Die Quellen des Regen entspringen auf der tschechischen Seite und bilden zunächst den Großen Regen. Zwischen Bayerisch-Eisenstein, Zwiesel und Regen durchquert das Flüsschen eine attraktive Landschaft zwischen Arber und Großen Falkenstein. Nur bei Schneeschmelze ist hier Kanusport möglich.
Am westlichen Ortsrand von Regen beginnt eine Fahrt auf dem äußerst reizvollen und abgelegenen Abschnitt mit dem berühmten Bärenloch. Obwohl hier einige Regeln zu beachten sind, ist eine Fahrt auf dieser Etappe sehr lohnend. Der erste Abschnitt zwischen Regen/ Oleumhütte und dem Zwischenausstieg Oberauerkiel ist auch für unerfahrene Paddler Genuss pur. Im Anschluss folgt die wilde Bärenlochstrecke mit Schwierigkeiten bis WW II. Häufige Unfälle haben zu einer Helm- und Schwimmwestenpflicht geführt. Kurz vor Teisnach folgt eine lange Wehrumtragung (Bootswagen). Kurz darauf ist der beschilderte Ausstieg erreicht.
Die Folgestrecke bis zum Campingplatz Schnitzmühle beginnt an der Straßenbrücke. Eine regelmäßige Bahnverbindung erleichtert die Fahrzeug-Rückholung. Paddler mit zerlegbaren Booten oder Packrafts kommen mit der Waldbahn zum Einstieg. Schon bald zwingt das Wehr Teisnach-Marienthal zu einer langen Umtragung. Nach einer kurzen Strecke mit Verblockung und leichten Stromschnellen paddelt man im Rückstau der Staustufe Gumperied und umträgt diese linksufrig. Mancher beginnt die Fahrt daher erst hier, wenige Meter vom Bahnhof Gumpenried-Asbach entfernt, und befährt die nun folgende hindernisfreie Etappe dafür zweimal.
Abgesehen von den Gleisen der Bahn am linken Ufer und einem Wanderpfad wird der Fluss von einem schönen Mischwald und Steilhängen flankiert. In Höhe der Einmündung des Asbachs passieren wir eine Flussinsel und bald nach einer Rechtskurve folgt der verblockte Gumpenrieder Schwall, der eine saubere Linie verlangt. Auf dem Weiterweg genießen wir die zauberhafte Flusslandschaft, die keine weiteren Schwierigkeiten aufweist. Nach einer Linkskurve erreicht man das Adventure Camp und die Haltestelle Schnitzmühle. Der auf einer Flussinsel gelegene Campingplatz, mit einem Wellness-Hotel und ein Restaurant mit bayerischer- und Thai-Küche, locken zum Bleiben oder zur Einkehr.
Ab hier verliert der Schwarze Regen seine Wildheit. Auch die Befahrungsregeln enden hier. Dennoch ist die Strecke durchaus reizvoll. Bald ist das Viechtacher Wehr zu umtragen. In einer weiten Linkskurve ist von der Stadt Viechtach nur wenig zu sehen. Kurz vor der Straßenbrücke fallen Kletterfelsen am rechten Ufer ins Auge. Unmittelbar nach der Brücke ist das Wehr der Rugenmühle zu umtragen. Linkerhand könnte man die Fahrt beenden (Parkbucht an der Paul-Maurer-Straße).
Der Fluss erreicht kurz darauf den zauberhaften Höllenstein-Stausee. Am rechten Ufer liegt der schöne und abseits gelegene Campingplatz Höllensteinsee. Nur Campingplatzgästen ist es gestattet, hier die Fahrt zu beenden. Andernfalls befährt man den gesamten Stausee, der jedem norwegischen Fjord zur Ehre gereicht, bis zu seinem Ende. Rechts oberhalb des futuristischen Höllensteinhauses gibt es einen großen Parkplatz. Linker Hand der Staumauer werden am Höllensteinsteg Ruderboote und SUP-Boards vermietet.
Blaibacher Stausee
Der Blaibacher Stausee ist die Verlängerung des Höllenstein- Stausees. Auch hier kann man sich fast wie in der kanadischen Wildnis fühlen. Eine reizvolle Ergänzung für eine spätere Wanderfahrt auf dem Regen. Die Tour auf dem Blaibacher Stausee beginnt und endet am Badeplatz nahe dem Kraftwerk Pulling. Gebührenfreie Parkplätze und ein Kiosk mit Biergarten liegen direkt daneben. Bewaldete Ufer begleiten den Paddler auf dem Weg zum Höllenstein-Kraftwerk, das zwischen 1923 und 1926 erbaut wurde und der Stromgewinnung dient. Die Tour lässt sich auf dem Höllensteinsee fortsetzen. Hinter der Staumauer (rechts umtragen) liegt der Höllensteinsteg mit einer Bootsvermietung für Ruderboote und SUPBoards sowie ein Kiosk. Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich das Restaurant Höllensteinhaus. Wer sich für Glaskunst und die Sagenwelt der Region interessiert, sollte die »Gläserne Scheune« bei Viechtach besuchen.
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